Montag, 30. April 2007

Der Höllentrip Part III: Auf zum Hoover-Damm!

Nachdem wir es also trotz Restalkohol und Wassermangel geschafft hatten unsere 7 Sachen zusammenzupacken, fanden wir uns nach wenigen Minuten Fahrt von der Blinklichthauptstadt Vegas wieder in der bekannten Einöde wieder: Endlose Reihen von Werbetafeln die von atemberaubenden Casinos berichten oder besonders günstigen Spare Ribs und dann irgendwann nur noch Straße...

Als wir nach etwa einer Stunde plötzlich hinter einer Kurve mitten im Nichts in einer Autoschlange standen, wussten wir zumindest dass der Damm nicht mehr weit ist...

A propos Damm - jeder hat sicherlich schon vom Hoover-Damm gehört: Mordernes Weltwunder, gigantisches Bauprojekt, bla... Was ich allerdings vorher nicht wusste (was allerdings zu meiner Schande sogar auf Wikipedia steht) ist die Tatsache dass es Las Vegas in der heutigen Form ohne den Damm nicht gäbe. Jetzt denkt natürlich jeder - klar, wegen der Elektrizität - ist aber falsch :-)

Vegas war ein kleines, beschauliches Städtchen, bis.... fünf Jahre lang Horden von Staudamm-Arbeitern über den Ort herfielen um ihr hart verdientes Geld in Alkohol, Frauen oder nichts (Glücksspiel) zu verwandeln. Das hat in Las Vegas einen Boom ausgelöst der bis heute augenscheinlich nicht abgeflaut ist.

Angekommen am Damm...




... kam uns das Bauwerk aus der Ferne erst gar nicht soo groß vor - was sich allerdings änderte, als ich mal einen Blick in das 'kleine' Überlaufbecken geworfen hab.



Mutig wie ich war, hab ich natürlich trotz mangelnder Schwindelfreiheit ein paar Fotos von der Staumauer herunter gemacht, und da wird einem dann endgültig flau im Magen:




Besinders schön ist am Hoover-Damm der dahinter entstandene Stausee, der kristallklares Wasser führt.




Bevor wir wieder ins Auto gestiegen sind, um unsere etwa 11-stündige Heimfahrt anzutreten, haben wir noch etwa 5 Sekunden im Bundesstaat Arizona verbracht...

Sonntag, 29. April 2007

Der Höllentrip Part II: Viva Las Vegas!

Von Viva Las Vegas!

Nachdem wir uns stundenlang durch die unerträgliche Hitze des Death Valley gekämpft hatten, machten wir uns schließlich auf den Weg nach Vegas. Schon die Fahrt war geprägt von Gegensätzen: Kaum hatten wir die Grenze nach Nevada überschritten, war unser Weg gesäumt von Werbebannern für Glücksspiel und Feuerwerkskörper - warum auch immer. Da Las Vegas noch eine gute Stunde von der Grenze entfernt war, kamen wir auch in den Genuss der "ländlichen" Gebiete von Nevada: Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie eine so trostlose Gegend gesehen.

Als die Sonne schon langsam unterging kam endlich die Skyline von Vegas ins Blickfeld und wir konnten schon von weitem die zahllosen Lichter der Casinos, Hotels und Clubs sehen.

Von Viva Las Vegas!


Wer wie wir zum ersten Mal in Vegas ist und - wie wir - verzweifelt nach seinem Motel sucht und durch die Stadt kurvt, wird sofort überwältigt von den Themen-Bauwerken - auch wenn die Geographie nicht so ganz stimmt: New York liegt zwischen Ägypten und Monte Carlo. Ganz am Ende kommen dann Paris und Venedig. Kein Wunder dass wir unser Hotel erst nach mehreren Runden gefunden haben :-)

Von Viva Las Vegas!

Endlich im Motelzimmer angekommen, haben wir uns direkt - obwohl total fertig - nach einer Rekordzeit-Dusche aufgemacht zum "Strip" (die Erlebnismeile in Vegas).

Ausser dem MGM Grant...

Von Viva Las Vegas!


war das erste was wir gefunden haben, weil es direkt neben dem Motel liegt, das berühmt-berüchtigte "Hooters"....

Von Viva Las Vegas!

..., wo einem der Legende nach bildhübsche Frauen in knapper Kleidung und auf Rollschuhen das Essen und Drinks servieren. Leider war die Leuchtschrift vor dem Haus das einzig Schillernde an der Sache und das Innere mehr als enttäuschend: Es gab zwar die allseits bekannten Kellnerinnen, aber das Publikum bestand zum größten Teil aus übergewichtigen, hässliche Leuten die pausenlos ihr gesamtes Bargeld in klimpernde Spielautomaten warfen - ein Anblick der uns übrigens die ganze Zeit über nicht mehr loslassen sollte.

Noch hungriger näherten wir uns langsam dem Zentrum und sind dabei auf die lustigsten Gebäude gestossen.

Von Viva Las Vegas!

Leider erfüllten praktisch alle Restaurants die beiden folgenden Kriterien: a) Es gibt grundsätzlich BURGER b) Alles ist unglaublich teuer.

Ironischerweise hatten wir dann nach etwa einer halben Stunde statt eines Restaurants nur das hier gefunden:

Von Viva Las Vegas!

Irgendwann haben wir dann endlich ein China-Restaurant gefunden, wo man für 15$ aus einem Buffet von 100 Speisen so viel essen konnte wie man wollte. Es ist an dieser Stelle wahrscheinlich überflüssig zu sagen dass wir uns wie die Wahnsinnigen auf das Essen gestürzt haben, um uns etwa eine Stunde später bewegungsunfähig, die letzte gebackene Banane verfluchend, selbst zu bemitleiden...

Nachdem wir den Strip schließlich einmal rechtsseitig komplett durchlaufen hatten, und praktisch alle Sehenswürdigkeiten, wie z.B. Paris...

Von Viva Las Vegas!

... und Venedig...

Von Viva Las Vegas!

..hinter uns hatten, sind wir dann zum Motel zurück gelaufen, um uns für den Club umzuziehen.

Da keiner von uns so intelligent war seine Kamera mitzunehmen, konnten wir leider das tollste Erlebnis in Vegas nicht festhalten: Die Bar die wir besuchen wollten, war laut Aussage eines Taxifahrers total überfüllt. Er hat uns dann statt dessen zur "Voodoo Lounge" im Rio, etwas abseits vom Strip, gefahren. Dort angekommen mussten wir dann um reinzukommen den sagenhaften Betrag von 30$ pro Mann (!) bezahlen. Aber - es hat sich gelohnt. Die Lounge liegt auf den beiden obersten Etagen des Hochhauses (50+51) und man hat einen unglaublichen Blick über Las Vegas.
Zu erwähnen wäre dann noch, dass jeder von uns noch etwa 50$ an Getränken bezahlt hat (bei 12$ für Whisky-Cola auch keine Kunst). Aber das war eigentlich angesichts der supercoolen Stimmung und der insgesamt guten Musik zu verschmerzen.

Am nächsten Morgen sind wir dann nochmal durch die Stadt gelaufen auf der Suche nach Souvenirs. Angesichts der 60 Millionen Touristen, die jedes Jahr nach Vegas kommen, verkauft auch praktisch jeder Laden irgendwas, dass man der Familie nach Hause mitbringen kann - auch wenn es nur die Tasse mit der Aufschrift "My folks went to Vegas - and all they bought me was this f*cking mug!" ist.

Von Viva Las Vegas!


Als wir dann endgültig genug hatten von bunten blinkenden Lichtern und Werbekarten käuflich zu erwerbender Damen, haben wir uns schließlich zu unserem letzten Reiseziel aufgemacht:
Dem Hoover-Damm...

Samstag, 28. April 2007

Der Höllentrip Part I: Das Tal des Todes

Von Death Valley


Wenn vier Typen beschließen, an einem Wochenende ins Death Valley und nach Las Vegas zu fahren und dabei mehr als 2000 Kilometer in ihrem 12 Jahre alten Auto zurückzulegen, ist dass entweder unendlich mutig oder totaler Wahnsinn. Wie auch immer ihr darüber denkt - der Trip war jede Meile wert:

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass ich sowohl Freitag als auch den darauffolgenden Montag arbeiten musste, hatten wir die Wahl hier zu bleiben oder trotz aller Warnungen den Trip durchzuziehen. Natürlich haben wir uns dafür entschieden und sind dann am Freitag gegen 16Uhr losgefahren.

Anfangs sah alles danach aus, als ob wir durch Mißachtung der hiesigen Verkehrsregeln einiges an Zeit herausholen könnten und nachdem wir das Silicon Valley verlassen hatten, fanden wir uns nach kurzer Zeit in der absoluten Einöde wieder....

Von Death Valley

...dachten wir! Exakt an dem Punkt den ihr oben seht, fanden wir uns urplötzlich mitten im Nirgendwo in einem riesigen Stau wieder. Als wir nach etwa einer halben Stunde ca. 500 Meter zurückgelegt hatten, haben wir uns kurzerhand entschlossen, die nächste Abzweigung zu nehmen, um den Stau zu umfahren.
Dass die Idee nicht unbedingt eine unserer Sternstunden war, haben wir nach etwa einer Meile herausgefunden - als wir im nächsten Stau standen, diesmal aber auf dem 10 Meilen langen Umweg :-(

Irgendwie haben wir es dann aber doch noch geschafft, gegen elf Uhr nachts in dem verschlafenen kleinen Ort Lone Pine anzukommen, wo wir zwei Zimmer in diesem Motel gebucht hatten:

Von Death Valley


Nach dem alle Klarheiten mit dem Personal bereinigt waren, wollten Jochen und ich unser Gepäck in unser Zimmer bringen. Nach langer Suche endlich vor unserem Zimmer angekommen, haben wir etwa 5 Minuten lang versucht unsere Zimmertür aufzubekommen. Als uns die Schalterfrau dann irgendwann unsere Tür mit ihrem Schlüssel geöffnet hat, lag zu unser aller Überraschung bereits jemand in unserem Bett!
Es dauerte eine weitere halbe Stunde, bis wir endlich ein unbenutztes Zimmer mit funktionierender Tür hatten und wir endlich unseren Plan umsetzen konnten, noch schnell vor dem Schlafengehen gemeinsam im Spa/Whirlpool ein Bier zu trinken :-)

Von Death Valley

Am nächsten Morgen sind wir dann in aller Frühe in Richtung Death Valley aufgebrochen. Die ersten hundert Meilen verliefen relativ ruhig und dank unserer Klimaanlage war von der Hitze draussen auch nicht viel zu spüren - da waren wir auch noch nicht im Death Valley. Als wir endlich an der Grenze angekommen waren um für einen kurzen...

Von Death Valley


..Schnappschuss auszusteigen, hab ich zum ersten Mal gemerkt, wie heiss es wirklich ist. Obwohl wir nur 5 Minuten draussen waren, saß ich plötzlich nassgeschwitzt im Auto...
Nachdem ich gerade wieder trocken war, sind wir dann bei den heißersehnten Dünen angekommen und sind spontan einfach mal mit einer Gallone Wasser in die Wüste gelaufen.

Von Death Valley

Bereits nach der ersten Düne, wenn man das Auto nicht mehr sieht, denkt man die Wüste würde nie enden. Um einen Sonnenstich zu vermeiden, sind wir dann relativ bald weitergefahren - wieder nassgeschwitzt...

Obwohl die Wirkung der Hitze dem normalen Menschen eigentlich suggerieren müsste, sich möglichst wenig in der Sonne aufzuhalten - besonders zur Mittagszeit - sind wir irgendwie auf die super Idee gekommen so gegen 12:30h mittags eine spontane Klettertour im Golden Canyon zu machen.

Von Death Valley

Als ich nach einer knappen Stunde klettern dann irgendwann mal nach unten geschaut habe und ganz klein unser Auto gesehen hab (der kleine weiße Punkt im Tal),

Von Death Valley

ist mir dann auch die Erleuchtung gekommen, dass dies vielleicht nicht der genialste Einfall war - zumal wir zu vier wieder nur eine Gallone heisses Wasser dabei hatten.

Trotzdem haben wir es zurück zum Auto geschafft, hatten dann allerdings genug von spontanen Abendteuertouren.

Schließlich lagen zwischen uns und Las Vegas noch immer über 100 Meilen...

Sonntag, 22. April 2007

Zu Besuch in San Francisco

Von Golden Gate (...

Wie ihr seht, waren wir heute wieder in San Francisco. Diesmal stand unser Trip unter der Überschrift "Golden Gate":
Zuerst sind wir mit unserem zuverlässigen Ford Taurus in die Innenstadt von SF gefahren und haben uns den Golden Gate Park angeschaut. Obwohl ich schon viele Parks in großen Städten gesehen hatte, war ich dennoch total überrascht wie riesig der Park ist. Wir haben fast eine Stunde gebraucht, um die Westhälfte des Parks einmal zu durchqueren.
Eigentlich dachten Martin und ich, wir könnten ein bisschen in Ruhe durch den Park spazieren, aber als wir ankamen, fanden wir uns inmitten eines gigantischen Hippie-Festivals wieder!
Es roch überall nach Marihuana und wir haben den coolsten Hippie-Bus aller Zeiten gesehen:

Von Golden Gate (...

Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr erkennen, dass der Aufbau des Busses aus 2(!) alten VW-Bullis besteht! Ich weiß nicht ob der Besitzer in seinem Auto wohnt, aber es ist jedenfalls das coolste Gefährt was ich je gesehen hab.

Nach dann Lars zu uns gestoßen ist, haben wir uns in Richtung Golden Gate Bridge aufgemacht.
Angeblich ist das Bauwerk die weltweit meistfotografierteste Brücke, und als ich angekommen bin, wusste ich auch warum:

Von Golden Gate (...

Wenn man die Brücke überquert (die Hinfahrt ist übrigens kostenlos, aber wenn man zurück nach San Francisco will, muss man 5$ zahlen; die Amerikaner sind wirklich nicht blöd :-) ), kann man vom höchsten Hügel vor der Stadt ein phantastisches Panorama erleben: Alle paar Minuten durchquert ein riesiger Tanker die Bay und im Hintergrund schillert die Silhouette von San Francisco im Sonnenlicht...

Wir sind ein bisschen weiter gefahren und haben auf einem Hügel, wo früher ein Geschützturm (wahrscheinlich gegen die Japaner) stand gewartet. Von dort aus konnte man am besten den Sonnenuntergang auf dem Meer beobachten.

Von Golden Gate (...

Nach etwa 2 Stunden (mit ca. 15° Körpertemperatur, brrrr..) sind wir wieder zurück nach San Francisco gefahren, um Lars' Bus abzuholen (zu unserer Überraschung waren das Radio und alle 4 Räder noch da) und in der Stadt noch einen Platz zum Abendessen zu finden.

So, das wars erstmal! Ich versuche mal, in den folgenden Tagen ein paar ältere Erlebnisse aufzuschreiben.

Euch alles Gute und bis bald!