Sonntag, 6. Mai 2007

Highway One - die schönste Autobahn der Welt!

Hat davon nicht schon jeder mal geträumt? - eine Straßenkarte holen, auf irgendeinen beliebigen Punkt an der Pazifikküste zeigen und einfach drauflos fahren!

Weil Martin wegen des Besuchs seiner Eltern nicht da waren, haben Lars und ich am Freitag also kurzfristig (10 Minuten vor Fahrtbeginn) den Plan beschlossen, einfach ohne besonderes Ziel irgendwo nach Westen zu fahren. Nachdem wir schon vor Wochen mal die "La Honda" (die Hauptstraße an die Westküste von Palo Alto aus) befahren hatten, wollten wir diesmal - etwas wagemutiger - die kleine Straße südlich nehmen.

Am Anfang war die Strecke noch einfach und wir - obwohl ohne Wasservorräte gestartet - guten Mutes..



Endlose, leere Straßen und Landschaften wie in Bayern...



... und Straßen, die jeden Verkehrsexperten in Deutschland ins Schwitzen bringen würden.
Es gibt leider keine Fotos, weil wir uns nicht getraut haben anzuhalten. Man kann es sich aber etwa so vorstellen: Eine etwa 4 Meter breite, geteerte, kurvenreiche Straße mit gigantischen Schlaglöchern, links eine steile Wand und rechts, 10 Zentimeter neben der Straße, eine senkrechte Schlucht von etwa hundert Metern Tiefe, natürlich nicht unterbrochen durch störende Leiplanken oder andere offenbar als unnötig empfundenen Begrenzungen.

Weil die Straßen extrem anstiegen und abfielen, musste Lars immer wieder zwischen Automatik und dem ersten Gang umschalten (weil Automatik-Getriebe natürlich keine Motorbremse haben). Trotzdem roch es nach wenigen Minuten im ganzen Auto auffällig nach Gummi...

Irgenwann, nach etwa einer Stunde Fahrt wechselte die Landschaft zu einem dichten Wald, der an die Redwoods aus dem Norden erinnert. Weil wir unendlich viel Zeit hatten und wir einen Trampelpfad entdeckt hatten, sind wir einfach ausgestiegen und in den Wald gelaufen, der aus zum Teil seltsamen Bäumen bestand, wie dieser hier:




Irgendwann sind wir dann zu einer abgesperrten Brücke gekommen, wo es dann ins - ebenfalls abgesperrte Naturschutzgebiet ging. Natürlich sind wir trotzdem reingelaufen (das Video gibts hier)...




Jenseits der Brücke erwarteten uns eine wilde Natur und Reste des Trampelpfades. Wir sind etwa eine halbe Stunde sinnlos durch die Landschaft gelaufen, mit der dauernden Befürchtung irgendwann nicht mehr zurückzufinden. Vorbei an riesigen Bäumen....



... und durch Felder gigantischer Kleepflanzen, sind wir dann irgendwann doch wieder zurückgegangen, um nicht von irgendeinem Wildhüter zusammengeschossen zu werden.


Als wir es dann endlich nach mehrstündiger Fahrt an die Westküste geschafft hatten, wurden wir auch prompt belohnt - mit einem Strand direkt vor unserer Straßenkreuzung:



Obwohl es schon dämmerte haben wir uns dann noch die Neos angezogen und sind mit den Bodyboards ins etwa 11° kalte Wasser geprungen. Das kann man - nach eigener Erfahrung nur etwa 10 Minuten machen, dann wird man als Eisblock an den Strand geschwemmt und muss 5 Minuten auftauen bevor man wieder loslegt.

Außerdem hatte Lars seinen Kite dabei und ich konnte mich hinten festhalten und wurde wie beim Jetski durch das Wasser gezogen.

Da die Wellen wirklich stark waren (ich hab mich samt Board mehrmals überschlagen in einer Welle), sind wir nach einer Stunde Eissurfen wieder an Land gegangen - genau richtig zum Sonnenuntergang:



Am nächsten Morgen haben wir uns dann aufgemacht, den Highway One von San Francisco bis Santa Cruz abzufahren, auf der Suche nach tollen Stränden...



Wer in Deutschland schon mal Autobahn gefahren ist, denkt jetzt natürlich an stinkende Autokolonnen und ewige Staus. Aus diesem Grund ist die "One" der wahrscheinlich schönste Highway der Welt, weil man die ganze Zeit neben der Küste entlangfährt, weil es kaum Autos gibt und man jederzeit anhalten kann um die tolle Aussicht zu genießen:



Im Laufe des Tages haben wir viele coole Strände gefunden, aber auch einige seltsame Orte wie diesen hier:



(auf der rechten Seite ein Badestrand-Willkommensschild und links daneben eine Tafel die vor Haien(!), eiskaltem Wasser, gefährlicher Strömung und herabfallenden Felsen warnt - kein Wunder dass man niemanden im Wasser gesehen hat...)

Am Spätnachmittag haben wir uns dann noch mit den anderen in Santa Cruz getroffen und den Tag ausklingen lassen - natürlich am Strand ;-)


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